Obst- und Blühwiesen
Obst- und Blühwiesen
Im Rahmen des KoMoNa-Förderprojekts ist die Obstwiese „Beecker Bogen“ auf einer städtischen Fläche entstanden. Nach Entfernung eines Nadelholzbestandes vor etwa fünf Jahren hat sich auf der Fläche eine Fettwiese entwickelt, daher war eine Neueinsaat nicht nötig. Stattdessen wurde nach einem Pflegeschnitt im Oktober an den offenen Bodenstellen nachgesät. Verwendet wurde die Regio-Saatgutmischung, diese wurde von der unteren Naturschutzbehörde Heinsberg speziell für den Kreis Heinsberg zusammengestellt. In Zukunft soll die Wiese zweimal im Jahr gemäht werden. Die Mahdtermine sind zwischen Mitte Mai und Anfang Juni für den ersten Schnitt und September bis Oktober für den zweiten Schnitt. Der genaue Schnitttermin ist von der genauen Artenzusammensetzung und der Witterung abhängig. Zur Förderung der Biodiversität wird der Schnitt auf zwei Termine zu verteilen und eine sogenannte Mosaikmahd durchzuführen. Dabei wird nur jeweils eine Teilfläche gemäht, damit Insekten einen Rückzugsraum haben und von dort die gemähten Bereiche schnell widerbesiedeln. Beim konventionellen Mulchen beträgt der Verlust zum Beispiel bei Heuschrecken 90 Prozent pro Mahd. Der Einsatz eines Balkenmähers in Kombination mit der Mosaikmahd hält den Verlust bei Insekten möglichst gering. Im Laufe dieses Vorhabens wird ein ökologisch angepasstes Pflegemanagement etabliert.
Da ein Nährstoffüberangebot Störzeiger begünstigt und es über die Luft zu einer ständigen Nährstoffzufuhr kommt, muss das Mahdgut abtransportiert werden.
Ende November 2024 sieben Obstbäume in einer gemeinsamen Pflanzaktion mit der Gemeinschaftsgrundschule (GGS ) „Am Beeckbach“ gepflanzt. Um eine möglichst hohe Struktur- und damit Artenvielfalt zu erreichen, wurden vier Obstsorten (Apfel, Süßkirsche, Pflaume und Quitte) in unterschiedlicher Größe ausgewählt. Analog zur Pflege der Wiese wird der nötige Obstbaumschnitt erfolgen. Die GGS„Am Beeckbach“ wird Baumpatenschaften übernehmen und das Thema Ökosystem Obstwiese mit dem Nachhaltigkeitsmanager im Unterricht integrieren.
In Ergänzung zur Obstwiese „Beecker Bogen“ wurde mit dem Bauhof der Stadt Wegberg eine Bepflanzungsplan für kommunale Grünflächen erarbeitet. Ziel war die ökologische Aufwertung der Innenstadt durch die Pflanzung von heimischen Baumarten unter besonderer Berücksichtigung der Schattenfunktion um der Überhitzung von urbanen Bereichen entgegenzuwirken. Die Neupflanzungen sollen Teil eines noch zu entwickelnden Hitzeschutzplans werden.
In der Pflanzperiode 2024/2025 wurden mit dem Bauhof der Stadt Wegberg verschiedene öffentliche Flächen durch Bepflanzung von heimischen Baumarten nachhaltig aufgewertet und eine natürliche Verschattung geschaffen.
Insgesamt wurden an verschiedenen Standorten rund 50 Sumpf- und Stieleichen als Solitär, Baumgruppen und Straßenbegleitbäume gepflanzt.
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Die Obstwiese bildet einen wichtigen Sonderlebensraum, an dem sich eine Vielzahl von Arten angepasst haben, die auf den Erhalt bzw. die Neuanlage von Obstwiesen angewiesen sind. Siebenschläfer, Steinkauz und Pirol sind seltene heimische Arten, die durch ein Verbundsystem von Obstwiesen effektiv geschützt werden können. Daher besteht Interesse, weitere potentielle Flächen für die Anlage von Obstwiesen zu identifizieren.
Als Ergänzung zu der Anlage von Obstwiesen ist die ökologische Aufwertung von weiteren Flächen angedacht, die im Idealfall als ein Biotopverbundsystem fungieren können. Umgesetzt werden soll das Projekt zusammen mit dem Verein "Heimat blüht auf e.V.", der im Kreis Heinsberg tätig ist und mit Hilfe von Spenden auf landwirtschaftlichen Flächen oder sonstigen privaten Flächen Blühwiesen anlegt. Genauere Information zur Tätigkeit des Vereins finden Sie hier.



